Schafe, Insekten, Vögel und wir

Artenvielfalt ist ein umfangreiches Feld. Alles ist miteinander verkettet, Tausend winziger Zahnräder halten ein System am Laufen.

Das macht es natürlich schwierig, einzelne Entscheidungen oder Veränderungen in einem System beobachten und auf eine Ursache zurückführen zu können.

Trotzdem gibt es hin und wieder interessante Studien, vor allen Dingen grundsätzlicher Natur. Also Beweidung “ja oder nein”.

Dazu ist mir gerade etwas Interessantes untergekommen: Eine Studie aus dem Nationalpark Schwarzwald über Beweidung und Dungkäfer:

Untersuchungen aus England zeigen, dass ein etwa 600 Kilogramm schweres Rind mehr als elf Tonnen Dung im Laufe eines Jahres auf der Weidefläche liefert. Dieser Dung wird von etwa 120 Kilogramm Insektenlarven genutzt.

Zitat aus obigem Dokument

Und da kommen dann wieder die Vögel ins Spiel, die man hierzulande immer weniger hört. Es ist eben nicht damit getan, Hecken zu pflanzen, Spritzmittel zu verbieten und Hauskatzen des Mordes zu verdächtigen.

Weidetiere wie Schafe sind treiben einen Motor an, die Prozesse beschleunigen und intensivieren, die man so einfach gar nicht überblicken oder messen kann.

Zum Abschluss auch noch ein Wort zum leidigen Thema CO2-Bilanz: Solange Wiederkäuer von absolutem Grünland – Flächen, auf denen man nichts anders anbauen kann – leben und extensiv gehalten werden, können sie niemals schlecht für unser Klima sein.

Erst, wenn man Wiederkäuer von dort füttert, wo man auch für Menschen verwertbare Lebensmittel herstellen kann, könnte das Verhältnis kippen. Und wahrscheinlich nicht mal immer, denn auch diese Prozesse sind viel zu komplex, um eine so einfache Aussage treffen zu können.

Wir sind wieder da! Start der Landschaftspflege 2021

Dieser Tage sind wir in Müllenbach eingetroffen. Heute hüte ich das erste Mal wieder im Kaulenbachtal. Und obwohl wir zehn Tage später am Start sind, sind wir der Vegetation im Vergleich zum Vorjahr immer noch voraus. Das ist dem kühlen Wetter der vergangenen Tage geschuldet.

Aber im Salamanderteich ist schon Leben…

Wegehüten wie früher

Dieser Herbst ist nicht schlecht – ein richtiges Mastjahr. Kirschen, dann Quetschen, jetzt Äpfel und Eicheln.

Da macht auch das Wegrandhüten Spass, gerade wenn der junge Hund eine so gute Figur macht.

Hüten am Stadtrand

Hüten am Rand von Städten hat Vor- und Nechteile: Der Vorteil ist, man begegnet mehr Menschen. Und der Nachteil, man begegnet mehr Menschen.

Auf alle Fälle wird alles ein wenig anstrengender. Mehr Hundgassigänger, mehr Menschen, für die Natur Naherholungsgebiet ist, im Gegensatz zu den Leuten, die ich sonst treffe: Für die ist die Umwelt meist Arbeitsplatz.

Aber es gibt auch einmal nen Kaffee auf der Weide. Oder wie heute: Da laufe ich mit der Herde an einem Jungen und seiner Mutter vorbei, er ist vielleicht zehn Jahre alt.

Der Junge schaut die Schafe an, als stünde er das erste Mal in seinem Leben vor einem Weihnachtsbaum, mit Kerzen drauf und Geschenken drunter.

Das ist vielleicht alles Quatsch mit der Schäferromantik, aber jener Junge wird diesen Moment noch lange nicht vergessen.

Und ich auch nicht.

Über den Häusern von Treis

Treis gehört zu den eher schwierigen Ecken auf unserer Runde. Alles ist recht steil und eng. Gerade das macht aber auch die Schönheit aus. Und wenn man dann auf dem Martberg ankommt, wie dieser Tage geschehen, meint man fühlen zu können, wie alt diese Wege und Orte sind.

Unser Dank gilt Herrn Günster, der uns mit der Erlaubnis, sein Grundstück überqueren zu dürfen, enorm geholfen hat. Es ist wie ein Nadelöhr, durch das man eine ganze Herde bugsieren muss – aber es funktioniert.

Nachdem ich dieses Jahr auf dem Hinweg gesehen habe, wie die Herde die schmalen Weinbergsmauern hinauf und hinunter läuft, war mir auch vor den Treppen auf Herrn Günsters Grundstück nicht mehr bange.

Und siehe da – sie laufen es, als würden sie den ganzen Tag nichts anderes tun.

Und ich werde belohnt mit einer weiteren wunderbaren Perspektive über den Ort “Vicus Cardena”.

Neue Standpunkte

Letztens hat mich ein Freund besucht und ein nettes Spielzeug mitgebracht: Eine Drohne.
Ganz nebenbei ist der Mann auch noch ein guter Fotograf, und so sind einige schöne Aufnahmen entstanden. Aber überzeugt euch selbst; für mich waren diese Blickwinkel ganz neu und spannend.


Dass er auch noch andere Dinge außer Schafe fotografieren kann, könnt ihr auf Holgers Seite ansehen. Dort hat er auch beschrieben, wie er sein eigenes Tiny House gebaut hat. Mit allen Zahlen und Fakten – kann man eigentlich direkt nachbauen.

SWR war da

Heute kam die SWR-Wetterredaktion der Landesschau in Lütz vorbei, um unsere Schafe nach dem Wetter zu befragen. Wenn mein Leitschaf “Gutehilde” nach dem Aufstehen mit dem Schwanz nach links wedelt, gibt es Regen. Wedelt sie nach rechts, herrscht Sonnenschein. Ein tolles Tier.

Wer sich das gern anschauen möchte, kann das hier tun.

Nun wollen einen solche Kamerateams ja beim Alltag filmen. Was schwierig ist, weil sie ja alles durcheinander bringen 😉

Aber es macht Spaß, Kamerateams beim Alltag zu beobachten. Da bekommt man alles geboten. Sogar die Judorolle rückwärts. Zum Glück ohne Kamera.

Das obere Bild ist aktuell, das untere ist im Frühjahr auf der gleichen Fläche entstanden. Den Herbst finde ich dann doch immer ein wenig reizvoller…

Artikel in der FAZ

Julian Staib von der FAZ hat einen netten Artikel über uns gemacht:

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/warum-der-berufsstand-schaefer-bedroht-ist-16384639.html

Man merkt richtig schön, wie abgearbeitet ich im Juli war 😉

So ein Artikel verkürzt die eigene Position auch immer ein wenig, weil jemand durch die Auswahl der Zitate und das In-Kontext_Setzen zu den Aussagen anderer schon eine Wertung vornimmt, die nicht unbedingt meine Meinung widerspiegelt. Aber im Großen und Ganzen gefällt er mir recht gut. Der kauzige Schäfer…