Was passiert ohne Schafe?

Das Kaulenbachtal (Lesedauer ca. 5min)
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Von 1695 bis 1959 wurde im Kaulenbachtal Dachschiefer bester Qualität gefördert. Der Schieferabbau war für die drei umliegenden Orte von größerer Bedeutung. Wegen eines Wassereinbruchs im Grube Maria-Schacht wurde der Abbau eingestellt und das Areal stillgelegt.

Inmitten der so entstandenen Industriebrache, zwischen historischen Gebäuderesten und den Schieferhalden, entwickelte sich eine einmalige Flora und Fauna. Das Gebiet ist seit 1993 als denkmalgeschützte Zone „Bereich Schieferabbau und -verarbeitung Kaulenbachtal“ ausgewiesen. (Quelle: Wikipedia)

Ein Wander-Rundweg lädt zum Erkunden dieser einmaligen Landschaft ein.
Derzeit wird es vom Schieferverein einmal im Jahr in mühevoller und teurer Handarbeit gemäht, um diese wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten. Bedingt durch den geringen Humusanteil auf dem Schieferabraum hat sich eine magere Vegetation ausgebildet, die sich durch einen großen Artenreichtum auszeichnet.
An ihr möchte ich erläutern, wie die Sukzession einer Fläche fortschreitet.

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Hier eine Nahaufnahme des Bewuchses eines eher “üppigen” Standorts im November. Man kann Thymian, Majoran und Schafgarbe erkennen. Walderdbeere und recht viel Moos geben einen Hinweis darauf, dass die Fläche vor nicht allzulanger Zeit wieder entbuscht wurde.
Man sieht aber auch die Triebe des Schwarzdorns oder Schlehe im Vordergrund. Im Hintergrund stehen sie schon ein Jahr länger. Sie wachsen vom Waldrand her in die Fläche ein. Schafe verbeißen diese Triebe im Jungzustand. Auch die Blüten der Schlehe sind wertvoll für Schmetterlinge und andere Insekten; lässt man ihr allerdings freie Hand, bildet sie undurchdringliche Hecken.
Während die Motorsense alles ohne Unterschied mäht, fressen Schafe selektiv. Hier würden sich wohl die Kräuter mit viel ätherischem Öl (Thymian, Majoran, Schafgarbe) durchsetzen, weil die Schafe sie meiden. Das wiederum würde diese Fläche interessanter für Insekten gestalten und deren Population befördern. Ein idealer Platz für einen Imker, um seine Völker aufzustellen.

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Ein extrem magerer Standort in der Talsohle: Fetthenne, Mauerpfeffer und andere interessante Arten fühlen sich hier sehr wohl. Im Vordergrund wieder blühender Thymian.

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Kiefer und Hasel bedrohen diesen Platz. Durch Verbiss entwickeln sich Krüppelformen dieser Arten. Ohne Verbiss sieht es aus wie auf dem nächsten Bild.

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Ist die Wiederbewaldung erst einmal so weit fortgeschritten, hilft auch keine Beweidung mehr.

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Der nächste Schritt wäre dann, dass die ehemalige Industrie- und jetzige Offenlandschaft mit ihren vielfältigen Arten im sie umgebenden Wald verschwindet, “überwachsen” wird.


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Diese Streuobstwiese in Lütz ist ein gutes Beispiel für eine Fläche, die verschwindet: Gut erkennbar die vernachlässigten Bäume. Dornen breiten sich aus. Wegen der fehlenden Bewirtschaftung bildet sich ein Filz von überständigem Pflanzenmaterial, der künftigen Aufwuchs unterdrückt und stattdessen die Sukzession begünstigt. Hier sind es Brombeer und Schwarzdorn.