Ein Blick ins Faserlexikon

Ich habe gerade etwas Interessantes gefunden. Das Faserlexikon von Chantimanou. In diesem Video stellt sie die Wolle des Fuchschafes vor.

Auch wenn ich ihr nicht zustimmen kann, dass das Fuchschaf ursprünglich aus Coburgh kommt – lediglich Otto Stritzel, quasi der Vater des Rassestandards, kommt von dort – so hat sie doch ganz viele Dinge zu sagen, wie ein Blick mit der Lupe auf diese tolle Faser…

Insektenhotels

Da kann Mensch sich noch so viel Mühe geben und mit Heißklebepistole sowie Material aus dem Baumarkt herumwerkeln, aber da kommt man nicht ran:

Die Natur baut die besten Insektenhotels eben einfach selber. Da kommt es dann halt auch einfach einmal darauf an, nen toten Baum mal stehen oder liegen zu lassen.

Und hier kann dann auch Beqweidung mal wieder eine ihrer Stärken ausspielen. Da wo kein Mulcher mehr durchpasst, haben die Schafe noch drei Mal Patz.

Direkt neben diesem Totstamm hier stand noch einer, ebenso tot auf den ersten Blick: In einer seiner Höhlen brütet gerade ein Meisenpärchen. Die flitzten wie die Irren den Ganzen Tag über der Herde hin und Her. Scheißjob 😉

Und klar, diesen Schwarzdornaufwuchs können die Schafe nicht vernichten – dafür ist es zu viel auf einmal. Aber sie können ihn eindämmen, zurückhalten, hemmen. Im besten Fall wird es Krüppelschwarzdorn und als solche eine ausgezeichnete Schmetterlingspflanze.

Die neue Mitarbeiterin

Seit Mitte Januar beschäften wir einen neue Mitarbeiterin.

Was ihr an Erfahrung fehlt, macht sie mit Talent und eisernem Willen wett.

Das ist Leela. Sie ist ebenfalls eine Altdeutsche Hütehündin, wie meine anderen Hunde auch. Ein ganz feines Tier, unheimlich ruhig und konzentriert, von Beginn an eigentlich. Und bis in die Haarspitzen motiviert.

Dieses Talent kommt nicht von ungefähr, sie stammt aus einer anderen Schäferei hier in der Eifel. Über Jahrtausende wurden diese Hunde auf ihre Hüteleistung selektiert. Sie jagen mit uns, lediglich die Endsequenz – der Kehlbiss – wurde ihnen abgezüchtet.

Die Altdeutschen sind harte, selbstständige Hunde, auch ziemlich gesund. Da sie in mehreren verschiedenen Schlägen daherkommen, halten die Menschen sie oft für Mischlinge. Aber man kann auch nach anderen Kriterien züchten als auf Aussehen…

Wir sind wieder da! Start der Landschaftspflege 2021

Dieser Tage sind wir in Müllenbach eingetroffen. Heute hüte ich das erste Mal wieder im Kaulenbachtal. Und obwohl wir zehn Tage später am Start sind, sind wir der Vegetation im Vergleich zum Vorjahr immer noch voraus. Das ist dem kühlen Wetter der vergangenen Tage geschuldet.

Aber im Salamanderteich ist schon Leben…

Wegehüten wie früher

Dieser Herbst ist nicht schlecht – ein richtiges Mastjahr. Kirschen, dann Quetschen, jetzt Äpfel und Eicheln.

Da macht auch das Wegrandhüten Spass, gerade wenn der junge Hund eine so gute Figur macht.

Ein paar Eindrücke aus dem Winter

Dieses Jahr war ich wirklich schreibfaul. Aber das Material liegt alles auf dem Rechner.

Hier ein paar Bilder von der Winterweide und aus dem Stall.

Alles in allem war es ein warmer Winter mit üppiger Weide, auch wenn es keine Eicheln, Äpfel und dergleichen Früchte gab.

Die gesamte Route war neu und spannend. Wir hatten das Glück, bei Mendig eine Winterweide zu finden, die wir pachten konnten.

Die Hunde genießen die Dezembersonne.

Der erste Schnee. Aber schnell wieder weg.

So sieht es dann Weihnachten bei Schäfern aus. Ziehen durchs Feld. Aber zu sehen, dass der junge Hund so etwas schon richtig gut hinkriegt, ist natürlich auch ein echtes Geschenk. Gerade mal ein halbes Jahr alt.

Die Lammzeit beginnt.

Hüten bei Bell am Laacher See.

Die Streuobstwiesen bei Kottenheim und Thür. Ein Stück Kulturlandschaft, das, wenngleich schon in starkem Maße im Rückgang begriffen und auch hier schon ganz schön kaputt, wieder Unterstützung erfährt.

Hier ist seit ein paar Jahren ein richtig großer Verein gewachsen, der die Streuobstwiesen reaktiviert. Und tatsächlich: Der Gürtel rund um die Dörfer sieht selbst im Winter toll aus.

http://www.kotteme-streuobstwiesen.de/startseite.html

Der zweite Schnee. Das war es dann auch schon. Mittags sah es dann schon wieder so aus:

Scheren 2020

Dieses Jahr ging unsere Wolle an die Genossenschaft Finkhof aus dem Allgäu.

Die verarbeiten die Wolle weiter zu Produkten wie Pullover, Socken, Teppichen oder Ähnlichem.

Einfach ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass die Schafe das ganze Jahr nicht nur Sondermüll auf ihrem Rücken spazieren tragen.

Im Zuge dessen bekamen wir diesen wunderschöne Schieferschild geschenkt. Es stammt von den Kaulenbacher Schieferhalden, wo wir auch hüten.

Hüten am Stadtrand

Hüten am Rand von Städten hat Vor- und Nechteile: Der Vorteil ist, man begegnet mehr Menschen. Und der Nachteil, man begegnet mehr Menschen.

Auf alle Fälle wird alles ein wenig anstrengender. Mehr Hundgassigänger, mehr Menschen, für die Natur Naherholungsgebiet ist, im Gegensatz zu den Leuten, die ich sonst treffe: Für die ist die Umwelt meist Arbeitsplatz.

Aber es gibt auch einmal nen Kaffee auf der Weide. Oder wie heute: Da laufe ich mit der Herde an einem Jungen und seiner Mutter vorbei, er ist vielleicht zehn Jahre alt.

Der Junge schaut die Schafe an, als stünde er das erste Mal in seinem Leben vor einem Weihnachtsbaum, mit Kerzen drauf und Geschenken drunter.

Das ist vielleicht alles Quatsch mit der Schäferromantik, aber jener Junge wird diesen Moment noch lange nicht vergessen.

Und ich auch nicht.